💚 Meine Esperanto-Erfahrungen
Wie alles begann
Ich bin Otti Liebhart und habe Esperanto mit etwa 17 Jahren entdeckt. Damals faszinierte mich die Idee einer neutralen, leicht erlernbaren Brückensprache, die Menschen weltweit verbinden sollte. Ich wollte eine Sprache lernen, die niemandem gehört – eine faire, internationale Sprache.
Ich hatte damals in der Schulzeit mehr als 1000 Stunden Englisch gelernt (in der Schule, bei den Hausaufgaben, Vokabel- und Grammatiklernen) und auch einiges an Geld für Wörter- und Grammatikbücher etc investiert. Ich sah es nicht ein, warum wir so viel Aufwand in das Erlernen von Englisch stecken müssen, während jungen Leuten mit Muttersprache Englisch das alles erspart bleiben würde.
Meine ersten Schritte machte ich mit Lehrbüchern und durch Kontakte zu Esperanto-Freunden. Die Sprache hat mich sofort begeistert: logisch, regelmäßig, klar strukturiert. Schnell konnte ich einfache Gespräche führen und erste Erfahrungen mit Esperanto sammeln – sowohl schriftlich als auch mündlich.
🟢 Erfahrungen meiner aktive Esperanto-Zeit
Mit Anfang 20 wurde ich in der Österreichischen Esperanto-Jugend aktiv. Wir organisierten Treffen, Werbeaktionen und halfen, den Verein nach einer ruhigen Phase wiederzubeleben. Später war ich im Österreichischen Esperanto-Verband (AEF) aktiv und durfte gemeinsam mit vielen engagierten Menschen an der Zukunft dieser Bewegung mitarbeiten.
In Tirol war ich Teil der regionalen Esperanto-Gruppe rund um Dr. Klaus Karner, der leider viel zu früh verstarb. Durch ihn lernte ich, wie sehr Esperanto auch ein kulturelles und soziales Projekt sein kann. An der Universität Innsbruck durfte ich zeitweise selbst Esperanto unterrichten – eine Erfahrung, die mir gezeigt hat, wie leicht und schnell Lernende Fortschritte machen.
💬 Begegnungen, die bleiben
Esperanto brachte mich mit Menschen aus der ganzen Welt in Kontakt – aus Österreich, Italien, der Ukraine, Brasilien, Konto und vielen anderen Ländern.
2005 lernte ich über Esperanto meine Frau kennen. Wir sprachen von Anfang an Esperanto miteinander, und seit unserer Hochzeit 2007 ist diese Sprache Teil unseres Familienlebens. Unsere Kinder sind mit Esperanto aufgewachsen – für sie war es selbstverständlich, dass Mama und Papa „ihre eigene Sprache“ haben.
Auch heute spreche ich privat noch Esperanto. Besonders schön war während der Corona-Zeit ein Erlebnis in Dresden: Ich hatte für 1 Woche einen wichtigen Termin doch alle Hotels waren geschlossen. Aber eine Esperanto-Familie nahm mich spontan auf. Diese Gastfreundschaft zeigte mir, dass Esperanto nicht nur eine Sprache, sondern eine Gemeinschaft ist.
🌍 Welche Erfahrung ich aus dieser Zeit mitnehme
Meine Erfahrungen mit Esperanto sind durchweg positiv, auch wenn ich heute die Bewegung mit etwas Abstand sehe.
Ich habe gelernt:
- dass Sprache Menschen wirklich verbinden kann,
- dass Idealismus manchmal stärker ist als Strukturen,
- und dass Offenheit und Geduld in jeder Sprache wirken.
Viele meiner damaligen Esperanto-Freunde sind bis heute in der Bewegung aktiv. Ich selbst bin heute nicht mehr organisatorisch dabei, aber die Idee einer neutralen Brückensprache begleitet mich weiter.
🕊️ Was mir an Esperanto besonders gefallen hat
- Einfache Grammatik: Kein kompliziertes Lernen, sondern Freude am schnellen Fortschritt.
- Internationale Gemeinschaft: Offen, hilfsbereit, interessiert.
- Kulturelle Vielfalt: Musik, Literatur, Kongresse und Freundschaften rund um den Globus.
- Fairness: Keine Nation hat sprachlichen Vorteil – jeder beginnt auf Augenhöhe.
🌿 Ein ehrlicher Blick zurück
Mit der Zeit habe ich auch kritischere Erfahrungen gemacht. Nicht alles in der Bewegung war ideal:
- Die weiblichen Formen sind grammatikalisch von der männlichen abgeleitet (z. B. knabino von knabo).
- Die Wortbildung ist zwar logisch, aber für Einsteiger manchmal unintuitiv (z. B. die Tabellwörter)
- Und außerhalb der Community ist die Sprache kaum sichtbar.
Trotzdem: Ich bereue keine Minute. Esperanto hat mein Leben geprägt – durch Begegnungen, Werte und Offenheit.
✉️ Heute und morgen
Heute nutze ich meine Erfahrungen, um Menschen zu zeigen, was Esperanto wirklich ist – eine Sprache mit Geschichte, Seele und erstaunlicher Leichtigkeit. Ich freue mich über jeden, der sich für Plansprachen, Kommunikation in Europa und neue Sprachideen interessiert. Vielleicht entsteht daraus wieder eine neue Bewegung – wer weiß?
Wenn du selbst Erfahrungen mit Esperanto gemacht hast oder dich für eine neutrale europäische Sprache interessierst, freue ich mich über deine Nachricht
